Die Kluft überbrücken: Bild und spontane Imagination in der Körperpsychotherapie
Christoph Helferich, PH. D.
Zusammenfassung:
Dieser Artikel unterstreicht die essenzielle Bedeutung des spontanen Visualisierens des Patienten und kann daher als ein Aufruf zu mehr Bildhaftigkeit und spontaner Imagination auf dem Gebiet der Körperpsychotherapie verstanden werden. Zu Beginn erinnert der Autor seine eigenen persönlichen Erfahrungen als Patient, um diese Schilderung dann in einen dreifachen theoretischen Zusammenhang zu stellen: die visionäre Tradition des christlichen Mittelalters, die Traumtheorie und die Bedeutung der Regression in der Körperpsychotherapie. Die Schlussfolgerungen des Autors erhellen die spezifische Logik und überraschende Präzision bildhafter Erzählung sowie die wertvolle Funktion von Bildern, die als „Brücke“ zwischen unseren Worten einerseits und dem Leben und Gedächtnis des Körpers andererseits betrachtet werden können.
(Übersetzung: Irma Ben Hamida)
Der Spiegel des Perseus oder die therapeutischen Ressourcen von Fluss und Höchstleistung - das Auftauen des in Schock und Panik gefrorenen Körpers
Drs Josette van Luytelaar
Medusa und der Spiegel des Perseus
In der griechischen Mythologie war Gorgons Tochter Medusa so Furcht erregend, dass jeder, der ihr direkt in die Augen schaute, vor Angst auf der Stelle zu Stein wurde. Von der Göttin Athene gewarnt, nutzte Perseus seinen Schild als Spiegel und reflektierte Medusas Bild. Als er das Spiegelbild ansah, war er imstande, ihr den Kopf abzuschlagen. Genauso liegt der Fall bei Schock und Trauma. Direkte Konfrontation führt nur zu dem seit jeher Bekannten: Angst und Bewegungsunfähigkeit. Ein fruchtbarerer Ansatz Schock und Trauma zu heilen liegt in der Arbeit mit dem Spiegelbild: Fluss und Höchstleistung.
Zusammenfassung:
In diesem Artikel untersucht die Autorin, wie körperorientierte Psychotherapie dazu beitragen kann, den Energiefluss wieder herzustellen und Erfahrungen von Hochleistung zu initiieren. Ihre Hypothese ist dabei, das Fluss und Hochleistung Quellen der Energie und Ich-Stärke enthalten, die sich zum Auftauen und Heilen von Schock nutzen lassen. Sie erforscht das Konzept von Fluss und Hochleistungserfahrung in seiner Entwicklung seit dessen Einführung durch Maslow im Jahre 1968. Sie untersucht insbesondere die körperlichen Aspekte von Fluss und Hochleistung und die Verbindungen, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Schock und Hochleistungserfahrungen. Unterschiedliche therapeutische Vorgehensweisen bei Fluss-, Hochleistungs- und Schockerfahrungen werden diskutiert. Sie unternimmt den Versuch einer Integration des Bodynamic Systems sowohl mit den Erkenntnissen der Reichianischen Theorie als auch mit einer kürzlich entwickelten Therapieform aus dem Bereich der Bioenergetischen Analyse: der Behandlung von Panikattacken.
(Übersetzung: Irma Ben Hamida)
Aus energetischer Sicht: zu einer bioenergetischen Charakteranalyse
Philip M. Helfaer, Ph. D.
Zusammenfassung:
Der Artikel bietet die Grundlage für eine Charakteranalyse, die auf energetischer Sichtweise beruht. Das energetische Konzept und sein Stellenwert in der Bioenergetik werden erläutert und dem der Psychoanalyse für ebenbürtig befunden.
Entwicklung und Lehre der Charakteranalyse basieren auf der Persönlichkeitsentwicklung. Das Konzept des Charakters erscheint in neuem Licht, und die zentrale Bedeutung der sexuellen Identität wird ebenfalls thematisiert. Die therapeutische Beziehung wird im Zusammenhang mit funktionalen Prozessen betrachtet; gedankliche Konzepte, innere Welt und Lebensfluss finden sich eingebettet in einen energetischen Zusammenhang.
Die Definition einer spezifisch bioenergetischen Betrachtungsweise schafft Forschungsmöglichkeiten, wobei die bioenergetische Charakteranalyse ein flexibles Instrument mit großem Potenzial für künftige Entwicklungen darstellt.
(Übersetzung: Irma Ben Hamida)
Heimatloser Körper, heimatlose Seele – ein klinischer Fall des Misslingens der Beheimatung von Psyche im Soma.
José Alberto Moreira Cotta
Dieser Artikel resümiert einige wesentliche Aussagen meiner Diplomarbeit in Klinischer Psychologie O Alojamento da Psiqué no Soma, Segundo Winnicott (The dwelling of the psyche in soma according to Winnicott) – PUC/SP, 2003, oriented by Prof. Zeljko Loparic, PhD.
Zusammenfassung:
In dieser Arbeit kommentiere ich Winnicotts Theorie und ihre klinische Umsetzung. Ich werde epistemologische Unterschiede zwischen Freuds und Winnicotts Theorien darlegen sowie einige für mich überaus wichtige Aspekte aus Winnicotts Werk. Ich beziehe mich auch auf meine Hypothese, dass die Neo-Reichianische Theorie dem Freudschen Paradigma zuzuordnen ist, und dass einige Annahmen der Lowenschen Charaktertheorie nicht hinreichend erklären, wie es dazu kommt, dass die Beheimatung der Psyche im Soma scheitert.
Um die klinische Tauglichkeit, Aktualität und Anwendbarkeit dieser Theorie zu belegen, werde ich Ausschnitte einer Fallvignette eines meiner Klienten präsentieren und anschließend den Fall in Winnicotts Begrifflichkeit erläutern.
(Übersetzung: Irma Ben Hamida)
Gefühlsausdruck und Gesundheit: Gedanken aus einem Vortrag von H.C. Traue in Salvador da Bahia.
Dr. Dörte Laschinsky
Zusammenfassung:
Dieser Artikel gibt einen Überblick über den Vortrag von Harald C. Traue beim XVII. Internationalen Kongress für Bioenergetische Analyse. Die wesentlichen Gesichtspunkte des Vortrags werden zusammengefasst und durch Zitate aus diversen Publikationen Traues ergänzt. Im Zentrum der Betrachtung stehen verschiedene Typen emotionaler Hemmung sowie deren Auswirkung auf die Gesundheit. Es wurde auch der Versuch unternommen, Traues Theorie mit Konzepten der Bioenergetik und klinischen Beispielen in Verbindung zu bringen.
(Übersetzung: Irma Ben Hamida)
Analyse der Wechsel von Alpha- und sensomotorischen Hirnwellen jeweils vor und nach bioenergetischen Übungen und Bioenergetischer Analyse.
Dr. Pamela J. Bell
Forschungsergebnisse, vorgetragen beim XVII. Internationalen Kongress über Bioenergetische Analyse in Salvador Bahia, Brasilien, 7.-12. Oktober 2003
Zusammenfassung:
In dieser Studie werden Hirnwellen gemessen, um zu zeigen, welchen Einfluss bioenergetische Übungen und Bioenergetische Analyse auf die Gehirnfunktion haben. Die Ergebnisse zeigen, dass es in dieser Gruppe von Probanden positive Auswirkungen auf die Hirnwellenfunktion (oder seelische Verfassung) gibt. Sobald sich die Probanden dieser Untersuchungsreihe einer Bioenergetischen Therapie unterziehen, lassen sich signifikante und positive Veränderungen in der Funktion ihrer Hirnwellen feststellen. Im Ergebnis zeigte sich ein entspannter Körper, wache und zentrierte Bewusstheit ohne obsessive Gedanken und eine gelassene, angstfreie Stimmung. Lowen und Reich postulierten in ihrer Theorie die funktionale Identität von Körper und Seele. Während andere Wissenschaften diese Theorie bereits untersuchen, ist sie auf dem Gebiet der Bioenergetischen Analyse noch nicht nachgewiesen. Die Ergebnisse der vorliegenden Gehirnwellenuntersuchung liefern den Beweis.
(Übersetzung: Irma Ben Hamida)